„Beratung & Begleitung durch kunstorientierte Prozesse“
Expressive Arts Institute Berlin
 
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Grundorientierungen

Expressive Arts ist ein Fachbereich, in dem die individuelle und gemein-schaftliche Kreativität, der künstlerische Prozess und das Kunstwerk in den Dienst von Entwicklung, Heilung, Veränderung und Konfliktlösung rücken.

In den zentralen Bereichen der Expressive Arts, Psychotherapie, Beratung und Konflikt-Transformation, wird ein psychisches Leiden, ein Konflikt,
eine Notlage nicht nur von einer störungsbezogenen Diagnostik aus gesehen, sondern auch ausgehend von vorhandenen Fähigkeiten und Möglichkeiten.
Anschließende Heilungsprozesse und Lösungen können dann an dem ansetzen, was sich an der Störung vorbei und darüber hinaus zeigt und entwickelt. 

Als Shaun McNiff, Paolo J. Knill und Norma Canner in den 70 er Jahren
in den USA begannen, Studienprogramme zu entwickeln, die Kunst und Psychotherapie auf eine kunstorientierte Art und Weise verbinden, waren
in der diagnostischen Psychologie und der Psychotherapie defizitäre Sichtweisen dominant.

Insbesondere Paolo Knill hat in seinen Forschungen und in seiner Lehrtätigkeit ressourcenorientierte, lösungsorientierte und systemische Ansätze im Hinblick auf die Bewältigung komplexer Veränderungsdynamiken durch Kunst auch außerhalb des therapeutischen Kontextes vorangebracht. Zu den Grundorientierungen dieses Fachbereichs gehört ein erweiterter Kunstbegriff, der Spiel und Imagination mit einbezieht und dem Kunstwerk selbst einen Stellenwert zuweist. Das entstandene Werk hat einen rückwirkenden Bedeutungsüberschuss, einen Mehr-Wert als der Prozess seiner Entstehung und der Ausdrucksvorgang an sich.

Das Moment der Kunst spielt auch für die phänomenologische Theorie-bildung und den philosophisch-theoretischen Rahmen eine zentrale Rolle.
Die Phasen und Formen des künstlerischen Prozesses werden als analog zum Leben angesehen, Konstellationen und Vorgänge des einen spiegeln sich im anderen und umgekehrt.

Kernkonzepte

IDEC®  ist die Abkürzung für intermodale De-Zentrierung. Damit wird der
bewusste Wechsel der Aufmerksamkeitsfixierung von einem Problem weg zu
einer Herausforderung anderer Art, dem künstlerische Handeln, bezeichnet.
Intermodal bezieht sich dabei einerseits auf die Vielfalt der zur Verfügung
stehenden Ausdrucksmedien, andererseits auf die Tatsache, dass imaginative Vorstellungsräume szenisch sind. Deshalb wird auch häufig mit dem
intermodalen Transfer gearbeitet. Das heißt, ein Thema wird durch
verschiedene Übersetzungen von dem einen Modus des Verstehens in einen anderen übertragen und dadurch angereichert und präzisiert.

Low skill high sensitivity meint niederschwellige technische Anforderungen
eines Angebots bei hoher sinnlicher Sensibilität. Das Repertoire verschiedener Medien wird eingesetzt, um dem Einzelnen Zugang zu der eigenen Ausdruckswelt und zu den eigenen Gefühlen zu ermöglichen.
Klang, Bewegung, Farbe, Material, Sprache - die künstlerische Aufgabe setzt an dem an, was vorhanden ist. In Kontakt mit sich und einem Thema zu kommen wird über die sinnliche Wahrnehmung und die sensorische Erfahrung angebahnt.

Wenn Sie mehr über unsere Konzepte wissen wollen, schauen Sie auf unsere Ausbildungsseiten, kommen Sie zu einer unserer Informationsveranstal-tungen oder rufen Sie uns einfach an und fragen.

 

Herbert Eberhart/Paolo Knill
Lösungskunst
Lehrbuch der kunst- und
Ressourcenorientierten
Arbeit
Göttingen 2009

Herbert Eberhart (Hrsg.)
Kunst wirkt
Kunstorientierte
Lösungsfindung in
Beratung, Therapie und
Bildung
Zürich 2007

Paolo Knill
Kunstorientiertes Handeln
in der Begleitung von
Veränderungsprozessen
Zürich 2005

Paolo Knill, Ellen Levine,
Stephen Levine
Principles and Practice of Expressive Arts Therapy
London 2004

Stephen K. Levine/Ellen Levine
Foundations of
Expressive Arts Therapy
Theoretical and Clinical
Perspectives
Toronto 1999

Paolo Knill, Hellen N. Barba,
Margo Fuchs
Minstrels of Soul,
Intermodal Expressive
Therapy
Toronto 1993

Stephen K. Levine
Poiesis
The Language of
Psychology and the
Speech of the Soul
Toronto 1992

Paolo Knill
Medien in Therapie und
Ausbildung
Lilienthal/Bremen 1983

Paolo Knill
Ausdruckstherapie
Künstlerischer Ausdruck in Therapie und Erziehung als
intermediale Methode
Lilienthal/Bremen 1979